Wohnheim Belp

Pressemitteilung des Bern. Vereins für Gehörlosenhilfe

„Wohnheim Belp“ neu im Rechtskleid einer Stiftung

Der Bernische Verein für Gehörlosenhilfe hat anlässlich seiner Hauptversammlung vom 5. Juni 2010 beschlossen, für die von ihm betriebenen Wohnheime in Belp und Kirchdorf eine Stiftung zu gründen, damit das „Wohn­heim Belp“ die, für die Entwicklungen der Zukunft, notwendige Eigenständigkeit erlangt.

Das ursprünglich in Jegenstorf domi­zilierte Wohnheim, damals ausschliesslich für Gehörlose, wurde vor rund

10 Jahren ins alte Bezirksspital Belp verlegt. Der Verein erhielt zu diesem Zweck vom Spitalverband Belp und Umgebung ein Baurecht und konnte das bisherige Bezirksspital mit Unterstützung von Kanton und Invalidenver­sicherung zu einem schönen Daheim um- und ausbauen. Bald einmal zeigte sich, dass immer weniger Hörbehin­derte den Aufenthalt in „ihrem Wohnheim“ suchten. Die älteren Bewohner starben zum Teil im hohen Alter, und die frei werdenden Plätze wurden vermehrt durch andere betagte und pflegebedürftige Personen sowie zum Teil auch durch Mehrfachbehinderte belegt. Jüngere Gehörlose ohne zusätzliche Behinderungen benötigen keinen Heimplatz mehr. Medizinische Massnahmen und eine ausge­sprochen hörbehindertenspezifische Schul- und Weiterbildung erlauben es heute den meisten Hörbehinderten, unabhängig und selbständig zu wohnen und auch zu arbeiten. Das „Wohnheim Belp“ verfügt aber nach wie vor über hohe Kompetenz in der Betreuung Hörbehin­derter, welche oftmals besonders vertiefte Kenntnisse und ein hohes Gespür erfordern. Heute werden im AHV-Bereich (Pflegeheim) und im IV-Bereich (Behindertenheim) zusammen ca. 60 Bewohnende betreut, begleitet und gepflegt. In beiden Bereichen werden zusätzlich noch Tages- und Ferienplätze angeboten.

Das „Wohnheim Belp“ konnte im Weiteren in Kirchdorf eine Aussenstation erwerben und in Betrieb nehmen. Hör- und andere Behinderte im Erwerbsalter können im eigenen Atelier namens Triebwerk einer ihren Möglichkeiten angepassten Tätigkeit nachgehen und erleben so eine geregelte Tagesstruktur mit intensiver Betreuung.

Im Wohnheim in Belp entstand eine moderne Cafeteria, welche Besuchern der Betreuten Gelegenheit gibt, sich in ungezwungener Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen zu unterhalten oder auf der neu erstellten Sonnenterrasse den einmaligen Ausblick über Belp sowie ins Aare- und Gürbetal zu geniessen. Die Cafeteria wird durch Freiwil­lige aus der näheren Umgebung liebevoll betreut.

Die schöne und erfolgreiche Entwicklung dieser Institution verlangt nun nach einer vom Verein unabhängigen strategischen Führung. Das Wohnheim hat zudem eine Grösse erreicht, welche Vereinsstrukturen eindeutig überfordern. Der erste Stiftungsrat nach der Gründung besteht noch aus der bisherigen Heimkommission, um das gewonnene Know-how zu erhalten. Allerdings ist vorgesehen, dass der Stiftungsrat nach und nach durch Perso­nen besetzt wird, die sich ausschliesslich mit der Stiftung „Wohnheim Belp“ befassen.

Der Bernische Verein für Gehörlosenhilfe bietet weiterhin Hörbehinderten Beratung und Unterstützung sowohl im privaten wie auch im beruflichen Umfeld durch die Fachstelle Information und Beratung für Gehörlose in Bern, Belp­strasse 24, an. Im sog. Walkerhaus an der gleichen Adresse stehen den Hörbehinderten Sitzungsloka­litäten und ein Begeg­nungszentrum für Freizeit aber auch Weiterbildungen zur Verfügung. Diese Stätte wird rege benutzt und kann auch von ausstehenden Organisationen gemietet werden.